Johannis-Freimaurerloge

"Archimedes zu den drei Reissbretern"

Matrikel 10

i.O. Altenburg

gegründet 1742

 

Neubeginn nach Zeiten des Schweigens

1945 – 2000

Mit dem Ende des Zweiten Weltkriegs verband sich für viele Brüder die Hoffnung auf einen Neubeginn freimaurerischen Lebens in Altenburg. Doch die politischen Verhältnisse der Nachkriegszeit ließen dies zunächst nicht zu.

1945

Während der kurzen amerikanischen Besatzungszeit wurde versucht, wieder eine Logenarbeit abzuhalten. Es blieb jedoch bei diesem einen Versuch. Mit dem Übergang Altenburgs in die sowjetische Besatzungszone wurden freimaurerische Aktivitäten untersagt. Auch während der gesamten Zeit der DDR war eine offizielle Arbeit der Loge nicht möglich.

1960

Das ehemalige Logenhaus erhielt in dieser Zeit eine völlig andere Nutzung. Es beherbergte nun Seminarräume sowie die Mensa des Instituts für Lehrerbildung. Die ursprüngliche Bestimmung des Hauses war damit äußerlich verloren gegangen — seine Geschichte jedoch blieb in Erinnerung.

1992

Nach der deutschen Wiedervereinigung begann die behutsame Rückbesinnung auf die freimaurerischen Traditionen Altenburgs. In Dortmund wurde der Logenverein „Archimedes zu den drei Reißbretern“ gegründet, um die Restitutionsansprüche der historischen Loge zu sichern und ihre Tradition zu bewahren.

1997

Das Logenhaus und das dazugehörige Grundstück wurden an die Großloge der Alten Freien und Angenommenen Maurer von Deutschland, Großloge der Alten Freien und Angenommenen Maurer von Deutschland, rückübertragen. Damit kehrte ein bedeutender Teil des historischen Erbes an die Freimaurerei zurück.

1999

Es begann die Reaktivierung der Loge durch den Distrikt Baden-Württemberg der Großloge. Damit wurde ein neuer Grundstein gelegt — nicht nur für die Wiederbelebung einer traditionsreichen Altenburger Loge, sondern auch für die Rückkehr freimaurerischen Lebens in eine Stadt, deren Geschichte seit Jahrhunderten eng mit humanistischem Denken, Bildung und geistigem Austausch verbunden ist.

So schloss sich am Ende des 20. Jahrhunderts ein Kreis, der Jahrzehnte zuvor gewaltsam unterbrochen worden war. Aus Erinnerung wurde erneut Gegenwart — und aus Geschichte wieder lebendige Tradition.